Performance-Update
Drei Wochen Stillstand im Trading, dann löste sich der Knoten
03.09.2026 · 5 Min. Lesezeit
Der August liegt hinter mir, und anders als der Juni und der Juli war das kein Monat, der von Anfang an nach oben lief. Fast drei Wochen lang ging es kaum vorwärts, und genau darin steckt das Learning, das ich aus diesem Monat mitnehme.
Wie immer geht es mir dabei weniger um die reinen Zahlen als um das, was dazwischen passiert: Wie geht man mit einer Phase um, in der man Zeit investiert und trotzdem kaum vom Fleck kommt, ohne den eigenen Plan über Bord zu werfen?
Der zähe Start: fast drei Wochen ohne echten Fortschritt
Der erste Handelstag im Monat war der 3. August, und von dort an ging es nur schleppend voran, eher um den Break-even bis leicht ins Minus. Der tiefste Punkt lag bei minus 350 $, ausgelöst durch zwei Verlusttrades hintereinander. Tiefer als dieses Niveau ist das Konto den ganzen Monat über nicht mehr abgetaucht.
Am 12. August stand ich zum ersten Mal im Monat im Plus, ein kleiner Meilenstein, der aber nicht von Dauer war. Danach ging es wieder zurück in dieselbe enge Spanne. Bis zum 17. August lief der Monat damit fast drei Wochen seitwärts, ohne tief ins Minus zu rutschen, aber eben auch ohne wirklich voranzukommen.
Was eine Seitwärtsphase mit einem macht
Genau das ist für mich das erste und wichtigste Learning aus diesem Monat. Man investiert Zeit, eine der wichtigsten Ressourcen, die man hat, und sieht kaum Bewegung. Dann kommen die Zweifel: Soll ich pausieren? Liegt es am Sommermonat? Mache ich etwas falsch?
Wer in solchen Phasen kein Fundament hat, keine dokumentierten Trades, kein Backtesting, keinen Austausch mit anderen, ist damit ziemlich allein. Genau deshalb dokumentiere ich meine Trades konsequent und stelle sie öffentlich auf der Website bereit, seit 2025 mittlerweile über 4.000 Trades. Wer das selbst für sich macht, kann sich nach einem gewissen Zeitraum ein ehrliches Bild machen: Was waren die Hürden, wie ging es einem mental, und was hat geholfen, wieder herauszukommen.
Der Austausch mit einer Community oder einem Mentor hilft in solchen Phasen zusätzlich. Andere haben diese Art von Stillstand oft schon selbst durchlebt und wissen, wie sie sich anfühlt und wo typischerweise die Fehler passieren, sodass man dieselben Fallen nicht erst am eigenen Konto neu lernen muss.
17. August: der Knoten platzt
Nach fast drei Wochen im Stillstand ging es am 17. August plötzlich deutlich nach oben, und die Wochen davor waren mit einem Schlag vergessen. Solche Momente, in denen sich ein Knoten löst, kommen immer wieder, wenn man konstant bleibt und den eigenen Plan weiter regelbasiert umsetzt, auch wenn sich gerade nichts bewegt.
Wann genau sich so ein Knoten löst, weiß man vorher nie. Das lässt sich nicht erzwingen und nicht exakt timen, es ist am Ende ein statistischer Ablauf, der sich über einen längeren Zeitraum einstellt, vorausgesetzt die Strategie dahinter trägt.
Monatshoch am 26. August und ein Wort zur Skalierung
Nach dem Ausbruch ging es mit ein paar kleinen Rücksetzern stetig weiter nach oben, bis zum Monatshoch am 26. August bei 1.750 $ brutto. Wichtig dabei: Diese Zahl bezieht sich, wie bei mir immer, auf ein Konto mit einem Kontrakt, dem kleinstmöglichen Einsatz. Mit mehr Kapital oder mehreren Konten ließe sich das Ergebnis skalieren, das ist aber bewusst ein Thema für später und nicht die Grundlage, auf der ich diese Zahlen zeige.
Nach dem Monatshoch ging es noch einmal leicht nach unten, bevor sich das Konto wieder etwas erholte. Der 31. August, der letzte Handelstag im Monat, schloss noch einmal leicht im Plus.
Die Zahlen im Detail
Der maximale Drawdown im August lag bei 525 $, ausgelöst durch drei Verlusttrades in Folge, nachdem zuvor ein neues Hoch erreicht worden war. Zusammen mit dem früheren Tiefpunkt von 350 $ blieb der Monat damit durchgehend im dreistelligen Bereich, was ich inzwischen als sehr solide einordne. Jeder Monat, der so verläuft, wäre mir recht.
Das Gesamtergebnis laut Kennzahlen-Übersicht lag am Monatsende bei 1.400 $. Wie gewohnt zähle ich für die Trefferquote nur echte Gewinntrades im Verhältnis zur Gesamtzahl, Break-even-Trades zählen nicht als Erfolg. Das drückt die Quote auf dem Papier, bildet die Realität aber ehrlicher ab, als sie schönzurechnen.
Fazit
Der August war kein Monat, der spektakulär nach oben lief wie Juni oder Juli, und genau das macht ihn für mich lehrreich. Fast drei Wochen Stillstand fühlen sich in dem Moment zäh an, sind aber Teil desselben Prozesses wie die starken Phasen davor. Wer dokumentiert, dranbleibt und sich nicht von ein paar ruhigen Wochen aus dem eigenen Plan bringen lässt, kommt am Ende genauso gut aus solchen Phasen wieder heraus.
Geduld schlägt in solchen Momenten Aktionismus. Wann genau sich eine Seitwärtsphase auflöst, weiß man nie im Voraus, nur dass sie sich irgendwann auflöst, wenn die Strategie dahinter stimmt.
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