Performance-Update
Zwei starke Monate im Trading und genau jetzt wird es gefährlich
06.08.2026 · 5 Min. Lesezeit
Der Juli liegt hinter mir, und ich nehme es gleich vorweg: Er lief wieder sehr gut. Nach einem bereits starken Juni ist das eigentlich eine gute Nachricht. Genau darin steckt aber auch die Gefahr, um die es in diesem Rückblick vor allem geht.
Wie immer geht es mir dabei weniger um die reinen Zahlen als um die Learnings dahinter: Was passiert im Kopf, wenn zwei Monate in Folge gut laufen, und wie geht man damit um, ohne die eigene Disziplin zu verlieren?
Die Ausgangslage: ein starker Juni als Rückenwind
Der Juni endete bei knapp 4.000 $ im Plus, nach einem heftigen Anstieg, der zwischenzeitlich etwas stagnierte. Diese Ausgangslage hatte natürlich ein Mitspracherecht dafür, wie der Juli startete, denn ein Monat beginnt nie bei null, sondern immer im Kontext des vorherigen.
Mit dieser guten Ausgangslage ging es dann auch in den Juli hinein zunächst weiter aufwärts, der erste Bereich des Monats war durchgehend im Plus.
Der Rücksetzer Anfang Juli und neun Tage bis zur Erholung
Ab dem 7. Juli kam der Drawdown des Monats, die größte Rutsche von einem Hoch ins Zwischentief. Bis das alte Niveau wieder erreicht war, vergingen rund neun Tage, bis zum 16. Juli.
Rückschläge gehören zu jedem Monat dazu, sei es an einem einzelnen Tag oder über ein längeres Zeitfenster. Entscheidend ist nicht, dass sie passieren, sondern was sie mit einem machen. In dieser Phase bin ich konsequent im Trading-Plan geblieben und habe jedes neue Signal weiterhin regelbasiert umgesetzt, auch wenn es sich gerade nicht nach dem großen Aufwärtstrend der Vorwochen angefühlt hat.
Warum zwei starke Monate in Folge die eigentliche Gefahr sind
Nach der Erholung ging es weiter nach oben, mit kurzen Stagnationsphasen und einer auffällig hohen Zahl an Break-even-Trades zwischendurch, aber in der Summe ein Monat, der über weite Strecken fast im 45-Grad-Winkel nach oben verlief.
Genau das ist der Punkt, an dem es gefährlich wird. Zwei starke Monate hintereinander erzeugen leicht das Gefühl, gerade alles richtig zu machen, und die Versuchung, das auszureizen: mehr Konten dazuzunehmen, die Positionsgröße zu erhöhen, schneller zu skalieren als geplant. Genau das wäre aus meiner Sicht der falsche Schluss. Auf zwei gute Monate kann jederzeit wieder ein Rücksetzer folgen, das ist unumgänglich und gehört zum Prozess dazu.
Austausch statt Alleingang
Wer genau in solchen Phasen nicht überheblich werden will, profitiert davon, sich auszutauschen, mit einer Community oder einem Mentor. Andere haben diese Phase oft schon durchlaufen und wissen, wie sie sich anfühlt und wo typischerweise die Fehler passieren.
So lassen sich dieselben Fallen vermeiden, in die andere vor einem bereits getappt sind, statt sie am eigenen Konto neu zu lernen.
Die Zahlen im Detail
3.325 $ Bruttoergebnis im Juli, gehandelt broker-unabhängig auf einem Futures-Konto im S&P. Abzüglich Datenfeed und rund 4,18 $ Kommission pro Trade bei 96 Trades, also etwa 400 $ an Gebühren, bleibt ein Nettoergebnis von etwas weniger als 3.000 $.
96 Trades insgesamt, davon 40 Gewinntrades und 21 Verlusttrades, macht 61 klar entschiedene Trades. Die restlichen 35, mehr als ein Drittel aller Trades, waren Break-even-Trades. Die Trefferquote berechne ich bewusst konservativ nur aus Gewinntrades im Verhältnis zur Gesamtzahl, Break-even-Trades zählen nicht als Erfolg, das drückt die Quote, bildet die Realität aber ehrlicher ab.
Der Drawdown lag bei 700 $, weiterhin im dreistelligen Bereich und damit gut zu verkraften. Der Profitfaktor von 1,9 liegt deutlich über meinem langfristigen Netto-Schnitt von rund 1,5. Maximal drei Verlusttrades in Folge waren das Höchste, was der Monat an Rückschlägen gebracht hat.
Fazit
Zwei starke Monate hintereinander fühlen sich gut an, aber die eigentliche Leistung liegt nicht in den Zahlen selbst, sondern darin, genau jetzt diszipliniert zu bleiben. Nicht zu skalieren, nur weil es gerade läuft. Nicht zu vergessen, dass auf jede Aufwärtsphase irgendwann wieder eine schwächere folgt.
Der nächste Rückschlag wird kommen, das ist Teil des Prozesses, nicht die Ausnahme. Wer seine Trades dokumentiert und sich ehrlich mit den eigenen Mustern auseinandersetzt, übersteht diese Phasen entspannter, ganz gleich, ob der Monat gerade nach oben oder nach unten zeigt.
Das Thema im Video
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